Was zahlt die Krankenkasse bei einer Refertilisierung=Vasektomie beim Mann rückgängig machen?

Die Kosten für eine Vasektomie, also die Sterilisation des Mannes, werden von den Krankenkassen nicht übernommen. In den meisten Fällen handelt es sich um keinen medizinisch notwendigen Eingriff, daher muss der Patient selbst für den Eingriff aufkommen. Auch die Refertilisierung, also die Rückgängigmachung der Sterilisation, wird nicht von den Kassen erstattet oder bezuschusst. Durch eine Refertilisierung verbindet ein Mann in der Regel die Absicht, gemeinsam mit seiner Partnerin ein Kind zu bekommen – trotz bestehender Sterilisation.

Als Kinderwunschbehandlung bewerten die Krankenkassen aber nur die künstliche Befruchtung.

Das sind die Hintergründe: Unsere Gesellschaft braucht Kinder

Seit vielen Jahren ist die demografische Entwicklung rückläufig. Im Jahr 2018 standen den 790.000 Neugeborenen in Deutschland 950.000 Sterbefälle gegenüber. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, werden Familien über diverse staatliche Programme gefördert. Familien mit Kindern gelten als Pfeiler einer Gesellschaft. Und Paare, die sich für Nachwuchs entscheiden, übernehmen aus freien Stücken eine große Verantwortung. Leider wird ein Paar, das über die Refertilisierung des Mannes seinen Kinderwunsch anzeigt, finanziell nicht unterstützt. Es existieren keine staatlichen Förderprogramme und auch die Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten einer Refertilisierung. Der Standpunkt der Kassen ist eindeutig: Die Mitglieder der gesetzlichen Kassen bilden eine Sozialgemeinschaft und diese Gemeinschaft soll nicht für die Revidierung eines Eingriffs aufkommen, dem keine medizinische Notwendigkeit zugrunde lag. Dennoch ist es bedauerlich, dass die Krankenkassen nicht zumindest über einen Zuschuss nachdenken. Denn ein Mann, der seine Zeugungsfähigkeit wiederherstellen lässt, hat fast immer die  Absicht, mit seiner Partnerin ein Kind zu haben.

Und Paare, die sich für Nachwuchs entscheiden, übernehmen aus freien Stücken eine große Verantwortung.

Leider wird ein Paar, das über die Refertilisierung des Mannes seinen Kinderwunsch anzeigt, finanziell nicht unterstützt. Es existieren keine staatlichen Förderprogramme und auch die Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten einer Refertilisierung. Der Standpunkt der Kassen ist eindeutig: Die Mitglieder der gesetzlichen Kassen bilden eine Sozialgemeinschaft und diese Gemeinschaft soll nicht für die Revidierung eines Eingriffs aufkommen, dem keine medizinische Notwendigkeit zugrunde lag. Dennoch ist es bedauerlich, dass die Krankenkassen nicht zumindest über einen Zuschuss nachdenken. Denn ein Mann, der seine Zeugungsfähigkeit wiederherstellen lässt, hat fast immer die  Absicht, mit seiner Partnerin ein Kind zu haben.

Gute Aussichten auf eine glückliche Kindheit

In etwa der Hälfte aller Fälle stellt sich nach einer erfolgreich durchgeführten Refertilisierung eine Schwangerschaft ein. Die Chancen dafür sind genauso hoch, als wenn sich der Mann nie einer Vasektomie unterzogen hätte. Wer eine Refertilisierung vornehmen lässt, lebt meist in gefestigten Verhältnissen und hat sich den Schritt gründlich überlegt. Im Falle einer Schwangerschaft ist das Kind von beiden Partnern hochwillkommen – die beste Basis für eine harmonische Kindheit und ein gesundes soziales Umfeld. Wird ein Paar nach einer rückgängig gemachten Sterilisation mit einem Kind beschenkt, gestalten Mann und Frau nicht nur ihre Zukunft neu, sie bereichern auch die Gesellschaft. Grund genug für eine staatliche Förderung?

Refertilisierung nach dem Gesetz keine Kinderwunschbehandlung

Der Paragraph 27a SGB V  regelt die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung für medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft. Die Refertilisierung wird darin leider nicht berücksichtigt. Dabei gibt es auch bei der künstlichen Befruchtung keine Garantie auf eine Schwangerschaft. Die künstliche Befruchtung geht mit einer hormonellen Belastung der Frau und einer langwierigen, sich über viele Termine hinziehenden Behandlung einher. Dagegen ist die Refertilisierung ein in der Regel einmaliger und selten mit Nebenwirkungen verbundener Eingriff. Wurden die Samenleiter wieder durchgängig gemacht, ist die Zeugungsfähigkeit beim Mann wieder vollumfänglich hergestellt. Über Spermiogramme kontrolliert der behandelnde Arzt, ob der Eingriff erfolgreich war.

Künstliche Befruchtung versus Refertilisierung


Die künstliche Befruchtung ist ein Weg für Paare, denen es nicht gelingt, auf natürlichem Weg ein Kind zu zeugen. Die Kassen beteiligen sich an den Kosten für zwei Verfahren:

- Klassische In-vitro-Fertilisation (IVF)
- Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Optiert der behandelnde Arzt für die ICSI-Methode, liegt meist eine verminderte Beweglichkeit der Spermien oder eine ungewöhnlich niedrige Spermienzahl vor. Beide Behandlungsmethoden sind für die Frau mit einer intensiven Hormonbehandlung verbunden, die eine gesundheitliche und oftmals auch psychische Belastung darstellt. Dagegen wird mit der Refertilisierung beim Mann durch einen mikrochirurgischen Eingriff die Voraussetzung wiederhergestellt, mit seiner Partnerin ein Kind auf natürlichem Weg zu zeugen. Die Samenleiter werden wieder miteinander verbunden – die Fruchtbarkeit ist wiederhergestellt und die Voraussetzung für die Zeugung eines Kindes geschaffen. Ob daraus später eine Schwangerschaft folgt, hängt von weiteren Faktoren wie Alter und Physiologie von Mann und Frau ab.

Eine Investition in die Familie

Es gibt für die Kassen keinen Nachweis, dass ein Mann nach einer erfolgreichen Refertilisierung mit seiner Partnerin tatsächlich eine Schwangerschaft anstrebt. Bis auf Einzelfälle, in denen eine Refertilisierung aus psychologischen oder körperlichen Gründen durchgeführt wird, nehmen Männer den Eingriff in der Regel aber nur bei einem festen Kinderwunsch vor. Unterzieht sich ein Mann der mikrochirurgisch durchgeführten Operation, hat er sich den Schritt gründlich überlegt. Er macht eine Entscheidung aus einer früheren Lebensphase rückgängig und hat ein Ziel im Auge: die Gründung oder Erweiterung einer Familie. Bis Krankenkassen und Gesetzgeber die Unterstützungswürdigkeit der Refertilisierung erkennen und ein Umdenken stattfindet, müssen Patienten die Kosten für den Eingriff selber tragen. Der Ausblick und die Hoffnung auf eine Zukunft mit Kind ist vielen Paaren die Investition wert.

Kosten einer Refertilisierung - Bild unten