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Details zur 'Refi' OP

Die OP - Refertilisierung - was muss Man(n) und Frau wissen

Narkose

Die mikrochirurgische Refertilisierungsoperation wird in fast allen Fällen in Vollnarkose durchgeführt. In Ausnahmefällen kann aber auch in Rückenmarksnarkose oder auch in örtlicher Betäubung operiert werden.

Manche Männer haben mehr Bedenken vor der Vollnarkose haben, als vor dem eigentlichen operativen Eingriff. Hier sollte sich der Patient einen Operateur und ein Operationsteam mit Narkosearzt suchen, dem er voll vertraut, denn die örtlichen Betäubungsmaßnahmen bringen einige Nachteile mit sich. So ist es für die mikrochirurgischen Operationsverfahren zwingend notwendig, dass der Patient über längere Zeit möglichst bewegungslos liegen bleibt. Durch die hohe Vergrößerung im Operationsmikroskop ist das Sichtfeld des Operateurs sowohl im Bildausschnitt als auch in der Tiefenschärfe sehr eingeschränkt und auch kleinste Bewegungen des Patienten können dazu führen, dass der Operateur sein Mikroskop neu einstellen muss. In der Anfangsphase der Operation ist darüber hinaus die Samenleiterverbindung durch das filigrane Fadenmaterial empfindlich und gewinnt seine volle Stabilität erst nach Abschluss aller Verbindungsnähte.

Hautöffnung
Die Hautöffnung wird so klein wie möglich gehalten. In den meisten Fällen ist es möglich, die Samenleiterverbindungen auf der rechten und auf der linken Seite über nur einen Hautschnitt auszuführen. Durch die Öffnung in der angeborenen Hodensack Mittellinie ist es möglich, die Narbenbildung auf ein Minimum zu reduzieren, nach einigen Wochen ist von dem Eingriff nichts mehr zu sehen.

Ist die Sterilisation bei einer Leistenbruchoperation ausgeführt, wird die alte Leistenbruchhautnarbe normalerweise ausgeschnitten, so dass keine zusätzliche Narbe nach dem Eingriff entsteht.  

Vasektomiestelle
In einigen Fällen findet sich am Ende des hodenseitigen Samenleiterendes eine kleine knubbelige Auftreibung. Solche Verdickungen nennt man Spermgranulom oder Vasektomiegranulom. Diese Granulome entstehen, wenn Samenzellflüssigkeit am hodenwärtigen Ende immer wieder aus dem Samenleiter austritt und zu einer kleinen lokalen Entzündungsreaktion führt. Diese kleine Entzündung wird vom Körper eingekapselt. Für den Operationserfolg sind solche Spermgranulome nach der Erfahrung von Dr. Petsch eher günstig.

Wenn die Samenleiterenden identifiziert sind, werden sie knapp ober- beziehungsweise unterhalb der Vasektomiestelle durchtrennt, so dass eine frische Schnittstelle entsteht (angefrischt). Die dann folgenden Operationsschritte werden unter Verwendung des Operationsmikroskops ausgeführt. Die kleinsten und feinsten Blutungen an den Schnitträndern der Samenleiter werden sehr sorgfältig mit einer Mikro-Elektropinzette (mikrochirurgische bipolare Pinzette) verschorft.

Intraoperatives Spermiogramm
Aus dem hodenwärtigen Samenleiteranteil quillt nach dem Anfrischen des Endes meist schon selbsttätig Spermasekret hervor. Der Operateur nimmt eine Probe der Spermaflüssigkeit. Diese wird unter einem Labormikroskop (Vergrößerung: 400x) untersucht. In diesem intraoperativen Spermiogramm lässt sich erkennen, ob der Nebenhodentubulus noch durchgängig ist, oder ob hier Schäden zu vermuten sind. Finden sich im intraoperativen Spermiogramm keine Samenzellen und auch keine Fragmente von Samenzellen, so liegt höchstwahrscheinlich ein Verschluss des Nebenhodentubulus vor und es sollte eine Tubulovasostomie, also eine Nebenhodensamenleiterverbindung, hergestellt werden.

Prognostisch günstig ist es, wenn sich im intraoperativen Spermiogramm vollständige Samenzellen oder bewegliche Samenzellen finden. Dieses ist ein Zeichen, dass der Nebenhoden durchgängig und unversehrt ist.

Nach einem Pionier der mikrochirurgischen Refertilisierungsoperation wird das intraoperative Spermiogrammergebnis nach Professor Silber klassifiziert. Diese Klassifikation ist eine Einteilung in fünf Stufen, wobei die Silber-Klassifikation I (vollständige, bewegliche Samenzellen) die beste Prognose und die Silber-Klassifikation V (kein Nachweis von Spermien oder Fragmenten) die ungünstigste Prognose hat.

Im günstigen Fall erfolgt die Verbindung der Samenleiterenden in mikrochirurgischer Technik.   

Praktisch alle spezialisierten Operateure favorisieren die sogenannte mehrschichtige Anastomosentechnik (meist zwei- bis dreischichtige).

Vasovasostomie = Samenleiter-Samenleiter Verbindung

Bei der mehrschichtigen Vasovasostomie wird zunächst unter Verwendung einer speziell geformten Nadel und mit ultrafeinem Fadenmaterial die innerste Schicht des Samenleiters (Mucosa) mit sechs bis zehn feinen Einzelknopfnähten verbunden. Diese innere Verbindungsschicht stellt die wasserdichte und trotzdem durchgängige Verbindung der Samenleiteröffnungen her. Dabei ist es in der mehrschichtigen Technik besonders gut möglich, den unterschiedlichen Durchmesser des hodenwärtigen Samenleiterendes und des körperwärtigen Samenleiterendes auszugleichen. Diese innere Verbindung ist noch sehr zerreißbar und wird dann mit einer oder mehreren stabilisierenden Verbindungsschichten gefestigt. Für diese Stabilisierungsnähte wird eine andere Nadelform verwendet, die es erlaubt, die Muskelschicht des Samenleiters gut zu vernähen.

Trotz der etwas längeren Operationszeit und den höheren Kosten sind nahezu alle Top-Spezialisten von den Vorteilen der mehrschichtigen Technik überzeugt, insbesondere da sich so am besten die unterschiedlichen Durchmesser der Samenleiteröffnungen ausgleichen lassen. Vor allen Dingen für die im weiteren beschriebene Nebenhodensamenleiterverbindung (Tubulovasostomie, TVS) ist die Beherrschung der mehrschichtigen Operationstechnik essentiell und es erscheint plausibel, dass die filigrane Mehrschichttechnik auch bei der „einfachen“ Samenleitersamenleiterverbindung (Vasovasostomie, VVS) Vorteile bringt.

 

Findet sich im intraoperativen Spermiogramm ein sehr stark eingedicktes Sekret (pastös) oder keinerlei Samenzellen oder Fragmente (Klassifikation nach Silber V), so wird der Operateur mit seinem Operationsmikroskop den Nebenhodentubulus sehr genau inspizieren. Oft lassen sich dabei Areale im Nebenhoden identifizieren, in denen es durch zum Beispiel Entzündungsreaktionen zu Verschlüssen des Nebenhodenkanales gekommen ist.  Im Nebenhodenverschlussbereich findet sich der Nebenhodenkanal meist deutlich gestaut („ektasiert“). In dieser Situation ist es wichtig, dass der Operateur auch die deutlich schwierigere Tubulovasostomie beherrscht.

Tubulovasostomie = Samenleiter Nebenhoden Verbindung

Bei der Tubulovasostomie wird zunächst eine kleine Öffnung über dem Nebenhodenkanälchen in die Nebenhodenhaut geschnitten. Dann wird der Nebenhodenkanal mit einer sehr feinen mikrochirurgischen Schere seitlich (tangential) kreisförmig eröffnet. Normalerweise quillt normal erscheinende Samenflüssigkeit aus dem Nebenhodenkanälchen hervor. Wieder unter Verwendung des filigransten Fadenmateriales und einer speziellen „atraumatischen“ Nadel vernäht nun der Mikrochirurg die Öffnung (das Lumen) des Nebenhodenkanälchens mit der Öffnung des körperseitigen Samenleiterstumpfes.

Dieser Operationsschritt ist auch für sehr geübte Mikrochirurgen eine Herausforderung. Das Nebenhodenkanälchen ist äußerst fein und kann sehr leicht zerreißen, außerdem sind die Sichtverhältnisse auch bei optimalem Operationsmikroskop durch die geringen Kontraste schwer erkennbar. Es erfordert eine ganz besonders ruhige Hand, die Tubu­lovasostomie auszuführen. Bei diesem Eingriff wird die Untergrenze der Opera­tionsfähigkeit nahezu erreicht und die mit bloßem Auge winzigen Pinzettenspitzen erscheinen unter der starken Vergrößerung des Operationsmikroskopes enorm groß. Auch die Nebenhodensamenleiterverbindung (Tubulovasostomie, TVS) wird mit weiteren Stabilisierungsnähten so gefestigt, dass ein späteres Abreißen der Verbindung kaum mehr möglich ist. Die inneren Nahtreihen mit feinstem Fadenmaterial werden mit sechs bis zehn Einzelknopfnähten hergestellt, die Stabilisierungsnähte mit zehn bis 16 Einzelknopfnähten.

Das bei den mikrochirurgischen Operationen eingesetzte Fadenmaterial ist normalerweise hauchfein und entspricht in der Dicke etwa dem Fünftel eines menschlichen Haares. Aus der Packung entnommen „fliegt“ der ultrafeine Faden an der in der Pinzette gehaltenen Nadel so fein wie ein Spinnweben. Hergestellt werden diese feinen Fäden aus Nylon.

OP Team und OP Mikroskop

Bei der Vasovasostomie und Tubulovasostomie werden von allen spezialisierten Operateuren Operationsmikroskope eingesetzt. Dabei handelt es sich um Mikroskope, die zum Beispiel auch bei Augenoperationen oder in der Neurochirurgie eingesetzt werden.

Für die mikrochirurgischen Operationsschritte ist ein spezielles chirurgisches Instrumentarium, also extra feine Pinzetten und Nadelhalter sowie auch mikrochirurgische Scheren erforderlich.   

Ähnlich wie bei einem Flugzeug gibt es auch im OP eine regelrechte Besatzung, das OP-Team.  Ebenso wie der Operateur ist die OP-Schwester  / Pfleger mit einem sterilen OP-Kittel bekleidet und trägt sterile Handschuhe, so dass die auf einem speziellen, ebenfalls steril abgedeckten Operationstisch, aufbewahrten Instrumente nicht mit Bakterien kontaminiert werden. Im Raum befindet sich zusätzlich meist noch ein zusätzlicher Helfer, der bei Bedarf zusätzliche Instrumente oder Fäden oder Gerätschaften aus den OP-Schränken angeben kann.

Da die Operation in Vollnarkose durchgeführt wird, sitzt am Kopf des Patienten das Narkoseteam. Der Anästhesiearzt / die Anästhesieärztin wird bei ihrer Arbeit von einer Krankenschwester unterstützt. Um die Patienten kümmert sich also ein Team von vier bis fünf Leuten über die gesamte Operationsdauer von circa zwei bis drei Stunden.

Risiken

Die möglichen Risiken, die durch eine Refertilisierungsoperation entstehen können, sind praktisch identisch mit den Risiken der Sterilisationsoperation.  

Eine Refertilisierungsoperation lässt sich als ambulante Operation durchführen.

 Alle vollständigen Details und erweiterte Erläuterungen finden Sie unter 'Downloads' - Ebook zur Refertilisierung von Dr. Petsch

REFERTILISIERUNG: TIPPS FÜR DEN MANN, WIE ALLES GANZ EINFACH ERSCHEINT ...

Die Rückgängigmachung der Sterilisation (mikrochirurgische Refertilisierung oder auch Vasektomie rückgängig) wird im heutigen Sinne seit etwa 40 Jahren durchgeführt. Häufigstes Motiv ist eine neue Partnerschaft, aber auch der Tod eines Kindes oder verbesserte finanzielle Verhältnisse können zu einem erneuten Kinderwunsch führen; etwa 3,5% aller sterilisierten Männer lassen sich wieder refertilisieren, etwa doppelt so viele denken irgendwann darüber nach. Während der Operation werden die verschlossenen Samenleiterenden freigelegt, dann wird die Durchgängigkeit der Stümpfe geprüft. Die Samenleiterenden werden in einer technisch sehr anspruchsvollen Operation unter dem Mikroskop wieder miteinander vernäht

Neuigkeiten

01
Sep
2017

Danksagung 30. August 2017

Lieber Dr. Petsch, wir möchten nun auch unsere Geschichte Ihren Patienten erzählen. Wir haben uns letztes Jahr erst kennengelernt und wusste dennoch auf Anhieb, dass wir [...]

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16
Aug
2017

Danksagung 16. August 2017

11 Jahre nach der Vasektomie ging es hier mal zügig mit der Schwangerschaft. Herzlichen Glückwunsch vom ganzen Team und danke für die schöne [...]

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Dr. Petsch

Dr. Petsch ist einer der weltweit meistfrequentierten Spezialisten auf dem Gebiet der mikrochirurgischen Refertilisierung bei Männern.

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Ansprechpartner für kooperierende Institute, Arztpraxen und Kinderwunschzentren.

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Erfolgsaussichten

Die heutige mikrochirurgische Refertilisierung bietet die allerbesten Erfolgsaussichten auf Wieder­herstellung der Fruchtbarkeit ...

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Androloge
Dr. Martin Petsch
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