Immer mehr Männer entdecken,
dass Sie an Ihrem Lebensstil und Gesundheits-
bewusstsein vieles verbessern
können. Wir geben Ihnen Informationen über
Männergesundheit und Männerkrankheiten, Vorbeugung und
Behandlungs- möglichkeiten. Wir geben Ihnen Hinweise, wo Sie die richtigen
Experten für Ihre Probleme finden
können. Ein besonderes Kapitel widmen wir dem Thema
Anti-Aging - denn es ist kein Naturgesetz, dass
Frauen länger leben als Männer.
Nutzen Sie die Erkenntnisse der Präventiv-Medizin, um
auch
im Alter gesund zu bleiben.
Mikrochirurgische
Refertilisierung
Immer
mehr Betroffene suchen bei Androdoc.de
Informationen zur Mikrochirurgischen
Refertilisierung, der Rückgängig- machung der
Sterilisationsvasektomie.
Deshalb hier auf der Startseite schon der Link zur Refertilisierungs-Infoseite
mit den aktuellen Patienteninfos zum ausdrucken.
Dr. Martin Petsch
LIVE im Fernsehen
In
einer Reportage des WDR sehen Sie Dr.
Martin Petsch
zum Thema: Refertilisierung
Der
Beitrag ist ca. 5. Minuten und zeigt
eindrucksvoll die
Chance einer
Rückgängigmachung der Sterilisation.
Refertilisierung
Der Begriff "Refertilisierung" leitet
sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet soviel
wie "Wiederfruchtbarmachung". Unter
Refertilisierung versteht man also in der
Medizin das Rückgängigmachen einer
Sterilisation. Wenn zum Beispiel die
Familiensituation sich ändert, oder aber ein
bestimmtes gesundheitliches Problem besteht,
kann mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein
Kinderwunsch ermöglicht werden. Die folgenden
Erläuterungen beziehen sich auf die
Rückgängigmachung der Sterilisation /
Vasektomie beim Mann wegen erneutem
Kinderwunsch.
Die
Operation (Refertilisierung) sollte von einem
Spezialisten aus dem Bereich der Mikrochirurgie
durchgeführt werden, da die Samenleiter mit
einem Durchmesser von 0,8 bis 1,2 Millimetern
sehr dünn sind. Der innere Kanal, durch den die
Samenzellen transportiert werden, ist noch um
ein vielfaches kleiner. Um die
Schleimhautauskleidung dieses inneren Kanals zu
reparieren sind sehr kleine Werkzeuge, extrem
feines Fadenmaterial und viel Erfahrung des
Operateurs erforderlich.
Zunächst
werden die Samenleiterenden sehr vorsichtig
freigelegt. Meist reicht eine einzige Öffnung
in der Mittellinie des Hodensackes aus, um die
Refertilisierung rechts und links über diesen
Mittelschnitt durchzuführen. Die Enden der
Samenleiter sind nach der Vasektomie vernarbt,
deshalb wird ein kleines Stück zusätzlich
abgetragen, um frische Schnittränder zu
erhalten.
Auch längere Defektstrecken lassen sich fast
immer überbrücken.
Anschließend wird etwas Samenflüssigkeit aus
dem hodenseitigen Samenleiterstumpf gewonnen und
analysiert. Festgestellt wird, ob der
Samenleiter vom Hoden bis an die
Sterilisationsstelle für Samenflüssigkeit und
Spermien noch durchgängig ist. Beurteilt wird
hierfür die Fließfähigkeit (Viskosität) und
der Samenzellgehalt der Samenflüssigkeiten.
Anhand dieser Ergebnisse entscheidet der
mikrochirurgische Operateur, ob für die
Rückgängigmachung der Sterilisation die
Samenleiter - Samenleiter Verbindung (=
Vasovasostomie) oder die Samenleiter -
Nebenhoden Verbindung
(= Tubulovasostomie) das beste OP Verfahren ist.
Bei
der häufigeren Methode, der Vasovasostomie,
werden die Samenleiter über ein mehrschichtiges
Verfahren wieder miteinander verbunden. Die
innersten Schleimhäute der Samenleiter werden
mit einer sehr feinen Nadel und Fadenmaterial in
Stärke 10-0 miteinander verbunden. Diese
Verbindung muss für die Samenflüssigkeit gut
durchgängig sein und doch zugleich so
flüssigkeitsdicht, dass keine Samenflüssigkeit
aus dem Samenleiter austritt.
Falls anhand der intraoperativen
Samenzellanalysen und aufgrund einer
verminderten Fließfähigkeit des Spermas der
Eindruck entstehen, der hodenseitige Samenleiter
wäre vielleicht verstopft, so lässt sich diese
Occlusion durch eine
Samenleiter-Nebenhoden-Verbindung (Tubulovasostomie)
oft umgehen. Dieser Bypass stellt noch höhere
Anforderungen an das Geschick und die Erfahrung
des Mikrochirurgen, da die Nebenhodenkanälchen
nochmals kleiner sind als der Samenleiter. Es
wird eine End-zu-Seit Verbindung der
Samenleiterschleimhaut zu einem
Nebenhodenkanälchen mit 11-0 Fäden hergestellt
- das dünnste Fadenmaterial, das in OPs
überhaupt zum Einsatz kommt. Die Herstellung
des Fadenmaterials ist aufwendig und
kostspielig.
Die
Risiken einer Refertilisierung sind eher gering
und nicht höher als bei einer Sterilisation
auch. Viele Patienten empfinden die
Refertilisierung sogar als weniger belastend als
die Vasektomie selbst. Während der
mikrochirurgischen Rückgängigmachung der
Sterilisation muss natürlich extrem penibel auf
eine gute Blutstillung geachtet werden, da schon
kleinste Blutungen dazu führen würden, dass
der Mikrochirurg nichts mehr erkennen kann.
Gleichzeitig ist es wichtig, dass die
Durchblutung der Samenleiter bis an den
Schnittrand gewährleistet bleibt.
Gelegentlich zeigt sich nach der Operation ein
leichter Bluterguss, der sich aber normalerweise
schnell wieder auflöst.
Die Rückgängigmachung der Sterilisation (Refertilisierung)
kann sowohl als ambulanter als auch als
stationärer Eingriff durchgeführt werden. Bei
längerer Anreise ist es ratsam, die Nacht nach
der OP in der Klinik oder in einem nahegelegenen
Hotel zu verbringen.
Die Operation, die Narkose und die OP Kosten
müssen in fast allen Fällen, wie ja auch die
Sterilisation, vom Patienten selbst bezahlt
werden.
Die Gesamtsumme ist in den verschiedenen Zentren
sehr unterschiedlich und auch oft wenig
transparent, da die einzelnen Positionen
zusammengerechnet werden müssen. So ergeben
sich Gesamtkosten von 2000 - 6000,- Euro, je
nach Operateur und OP Zentrum.
In Düsseldorf sind die Gesamtkosten zu einer
Pauschale zusammengefasst, die alle Positionen
enthält und auch eine eventuell notwendige
Tubulovasostomie mit einschließt - so wissen
die Patienten genau, was auf sie zukommt.
Die Dauer des Eingriffs beträgt in etwa 2 bis 3
Stunden, je nachdem, ob eine Tubulovasostomie
erforderlich ist oder ob sich die Fruchtbarkeit
mit einer Wiederverbindung der Samenleiterenden
( Vasovasostomie ) wiederherstellen lässt.
Die Erfolgschancen einer Refertilisierung sind
auch nach vielen Jahren Sterilisationsdauer noch
günstig, dies wurde in zahlreichen Studien
nachgewiesen.
Bei bis zu 90% der Betroffenen werden zwei bis
drei Monate nach der Operation Spermien im
Ejakulat nachgewiesen. Bei länger
zurückliegender Vasektomie (Sterilisation)
liegt diese Rate etwas niedriger - ggf. muss der
Operateur hier die Prognose durch eine
Samenleiter-Nebenhodenverbindung (Tubulovasostomie)
verbessern. Etwa die Hälfte der Männer mit
positivem Samenzell-Nachweis nach
Refertilisierung erzielen schnell eine
Schwangerschaft - natürlich spielt die
Fruchtbarkeit der Partnerin für die Prognose
auch eine wichtige Rolle.
Beispielsweise steigen
die Aussichten auf Erfolg, wenn eine
vorhergegangene Vasektomie nicht länger als 10
Jahre zurückliegt. Jedoch wurden auch schon 20
Jahre und länger nach einer Sterilisation
Spermien durch eine Refertilisierung
Schwangerschaften erzielt. Je kürzer der
Zeitraum zwischen den beiden Eingriffen ist,
desto höher ist die Chance auf eine
erfolgreiche Befruchtung.
Auch muss vorher abgeklärt werden, ob die
Partnerin fruchtbar ist, da die Fertilität mit
dem Alter abnimmt.
Entscheidend für den Erfolg einer
Refertilisierung sind zum einen die chirurgische
Ausstattung, zum anderen die Erfahrung des
Arztes. Deshalb sollte ein solcher Eingriff nur
bei einem kundigen Operateur mit der
entsprechenden Ausstattung erfolgen. Zwingend
erforderlich ist die Verwendung eines
Operationsmikroskops - der Patient sollte sich
im Zweifel vergewissern, dass dem Operateur
tatsächlich ein geeignetes OP Mikroskop zur
Verfügung steht. Zahlreiche ‚Gelegenheitsoperateure'
bieten leider die Refertilisierung als
Selbstzahlerleistung an und verfügen aber gar
nicht über die Erfahrung und die Ausrüstung um
den Eingriff der Refertilisierung (Rückgängigmachung der Sterilisation beim Mann) fachgerecht aufzuführen.
Es ist anzuraten, dass der Operateur mindestens
30 Refertilisierungen pro Jahr ausführt. Diese
OP Frequenz erreichen in Deutschland nur wenige
Zentren (nach unserer Einschätzung nur ca.
10-12 Operateure). Wenige Operateure sind
schwerpunktmäßig auf Refertilisierungen
spezialisiert und führen pro Jahr über 100
Refertilisierungen aus - in Deutschland
erreichen nur 3-4 Operateure diese dann auch
international außergewöhnlich OP Zahl.
Die Beratung kann bei einem Urologen oder
Organisationen wie pro famila stattfinden.
Aufgrund der hohen Erfolgsquote, den geringen
Risiken und den vergleichsweise niedrigen Kosten
wird die Refertilisierung immer beliebter und
bietet gleichzeitig die einzige Möglichkeit,
eine vorherige Sterilisation rückgängig zu
machen.